Feuchtemessung
Osmose ist nach wie vor gefürchtet. Jeder Bootskäufer möchte sicher sein, dass das Boot seiner Träume frei von diesem Mangel ist. Was Osmose ist und wie man sie aufspürt ist auf dieser Website ausführlich dargestellt. Trotzdem soll an dieser Stelle kurz auf ein immer wieder missverständliches Thema eingegangen werden, die Feuchtemessung. Viele Laien meinen, dass mit dem Kauf eines „günstigen“ Feuchtemessgerätes und der damit einhergehnden Untersuchung des Unterwasserschiffes bei hohen Messwerten Osmose aufgespürt ist. Dem ist nicht so. Feuchtes Laminat ist zwar nicht so fest wie trockenes und in feuchtem Material bildet sich leichter Osmose als in trockenem, doch Osmose ist ein gänzlich anderer Schaden.
Wenn jemand selber die Feuchtigkeit in einem Polyesterlaminat misst, dann muss er einige Fragen klären: Was für ein Messgerät ist im Einsatz, wie weit misst es in das Laminat, wie ist die Messskala aufgebaut? Inwieweit verändert das Wetter die Messergebnisse, ist es also feucht oder trocken, windig oder regnerisch, warm oder kalt? Wie lange steht das Boot schon an Land, wie lange war es im Wasser, hat es auch im Wasser überwintert, wurde es in einer Halle oder im Freien gelagert? Was für ein Laminat messe ich, wie dick ist es, ist es massiv oder als Sandwichkonstruktion aufgebaut? Was liegt hinter der Messfläche, Schotte, Stringer oder andere Verbände, laufen Kabel oder Metallteile dort entlang, befindet sich Wasser in der Bilge oder auf Stringern?
Wenn all diese Frage geklärt sind und die Messergebnisse zuverlässig eingeordnet werden können, lassen sich Aussagen über eine relative Laminatfeuchte treffen. Eine eventuell vorhandene Osmose ist damit aber nicht gefunden. Das Foto zeigt ein eher hochpreisiges Messgerät das von vilen Profis benutzt wird.